Veltheim

Zum Wappen der Gemeinde Veltheim (Ohe)

Beschreibung:
In Grün ein wachsender weißer (silberner) Zinnenturm, belegt mit einem grünen Aststück mit zwei Blättern.

Begründung:
Der Zinnenturm steht stellvertretend für die Wasserburg, deren bauliche Anfänge bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen. Das Aststück hat eine doppelte Bedeutung. Zum einen repräsentiert es die Ohe, einen noch weitgehend intakten Waldbestand, den die Gemeinde zur Unterscheidung von gleichnamigen Orten auch im Namen führt. Zum anderen hat es ebenfalls eine Beziehung zur Wasserburg und dem dort jahrhundertelang und noch heute ansässigen Geschlecht von Veltheim, das sich nach dem Ort benannte und in dessen Wappen ein Aststück mit zwei Blättern enthalten ist. Als Farben wurden die in Veltheim (Ohe) populären Farben Grün-Weiß gewählt, die überdies abermals an die Ohe, an die Landwirtschaft als dem früher wichtigsten Erwerbszweig der Einwohner sowie auf das die Burg umgebende Wasser und den mit dem Wald gelichnamigen Wasserlauf Ohe verweisen.

 

Zur Geschichte der Gemeinde Veltheim

Als sichere Ersterwähnung des Ortes Veltheim kann als Zuname einer Person das Jahr 1160 gelten. In einem Dokument beurkundet Heinrich der Löwe die Schenkung des Gutes Harvesse durch Ludolf von Peine an das Kloster Riddagshausen. Bei dieser Rechtshandlung ist. u. a. zum Schluss von den herzoglichen Ministerialen, unter ihnen Rotherus de Felten unterschrieben. "Durch geführt in Braunschweig, im Jahre der Fleischwerdung des Herrn, in der 8. Indikation, während der Regierung Kaiser Friedrich (1160); im Namen Gottes heilbringend Amen."

Mit der Unterschrift des Ministerialen Rother von Veltheim (Rotherus de Felten) ist damit auch der älteste Vertreter der Familie von Veltheim urkundlich nachweisbar.

Spätestens ab dem 11. Jh. entwickelte sich das Dorf einhergehend mit dem Wasserburg. Die Burgherrschaft besaß zahlreiche Ländereien und benötigte allein für die Bewirtschaftung etliche Arbeitskräfte.

Veltheim ist ein altes Pfarrdorf, das früher im Bann Lucklum stand. Im Landesarchiv Magdeburg befindet sich eine, am 10.03.1275 vom Deutsch-Ordens-Comtur in Lucklum für das Halberstädter Hochstift ausgestellte Tauschurkunde, in der von "Velthem apud Luckenem" die Rede ist. Besitzer des Ritterguts war damlas schon die Familie von Veltheim.

 

Das adelige Gericht Veltheim gehörte als Wolfenbüttelsches Lehen bereits seit dem 14. Jahrhundert der Familie von Honrodt, deren Epitaphe in der St. Remigius Kirche zu sehen sind. An der Innenseite des Hofes von Schloss Veltheim hat das Epitaph von Ludolf von Honrodt einen Platz gefunden, das den im Jahr 1585 Verstorbenen fast in Lebensgröße zeigt. Seine Familie hatte im Jahr 1492 diesen Besitz übernommen, bis er 1832 wieder an die Familie von Veltheim kam.

 

Der Schriftsassenhof zu Salzdahlum und die erbliche Propstei zu Oelsburg gehörten zu dem Lehen. Noch um 1800 unterschied man Groß- und Klein Veltheim. Das Pfarrdorf Groß Veltheim besaß zu der Zeit neben dem Rittersitz die Kirche und Pfarre, das Pfarrwitwenhaus, die Opferei, 4 Ackerhöfe, 2 Halbspännerhöfe, 24 Kothöfe und 3 Brinksitzerstellen. Zu dem Gutshof gehörte eine ansehnliche Bierbrauerei, die das berühmte und ärztlich empfohlene Veltheimer Gesundheits-Bier braute, sowie eine Cichorienbrennerei mit zwei Darren. Die Wabe trieb eine Papier- und eine Mahlmühle an. Klein Veltheim war ganz eingepfarrt. Dieser Weiler besaß weder Kirche noch Schule. Hier stand ein Forsthaus, das auch für Groß Veltheim zuständig war. Die Einwohner von Klein Veltheim besaßen kein Land, sie waren Schneider und Leineweber. Das Leinwandbleichen war eine weitere Einnahmequelle der Bewohner. Bei Klein Veltheim lag auch die von Burchard Gottlieb von Honrodt angelegte und zum Gut gehörende Holzmühle mit einem Mahlgang.

Schwere Schicksalsschläge für die Gemeinde waren eine Plünderung durch die Braunschweiger Bürger (1606) und ein Großfeuer (1825), das 12 Bauernhöfe zerstörte.

Der Volksmund sagt heute noch "Velten".